Solidarität erzählen

Das Webportal Solidaritätsgeschichten erzählt von Erfahrungen in gesellschaftlichen Umbrüchen seit 1990. Es lässt diejenigen zu Wort kommen, deren Perspektiven meist wenig beachtet werden. Ihre Geschichten handeln von Solidarität, was sie ermöglicht, aber auch, was sie verhindert.

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Schulsozialarbeit (Bild: Stadtteilbüro Lobeda)

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"Mit den Zugewanderten ist der Stadtteil bunter geworden." Interkulturelle Begegnungsarbeit ist für den Verein KOMME (Kommunikation und Medien e.V.) im Jenaer Stadtteil Lobeda ein wichtiges Tätigkeitsfeld. Dabei stützt er sich auf ein dichtes lokales Netzwerk mit anderen Einrichtungen und vielen Ehrenamtlichen. Einwanderung prägt den Stadtteil mit seinen verhältnismäßig günstigen Mieten seit Ende der 1990er Jahre, so die Erzählerin: Damals kamen viele Familien aus der ehemaligen Sowjetunion und seit den 2010er Jahren dann vor allem aus Westasien.

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Kleiderkammer (Bild: save me)

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"Diakonie bedeutet, ohne Ansehen des Glauben oder anderer Verpflichtungen, zu helfen, einfach nur weil es nötig ist." - Die Konstanzer Evangelische Petrus- und Paulusgemeinde stellt seit Ende 2015 ihre Räumlichkeiten zur Verfügung, damit Vereine wie SaveMe oder die Arbeiterwohlfahrt Geflüchtete angemessen begleiten können. Die Pfarrerin erzählt im Interview, wie dieses Engagement die Gemeindearbeit verändert hat.

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Interkulturelle Wochen (Bild: Stadt Weimar)
Interkulturelle Wochen (Bild: Stadt Weimar)

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"Immer wieder werde ich gefragt, warum ich im Osten geblieben bin oder warum ich den Osten so schätze. Meine Antwort ist stets die gleiche: Hier im Osten gibt es richtig viel Engagement." - Seit vielen Jahren engagiert sich der Erzähler aktiv im Weimarer Ausländerbeirat, den er mitbegründet hat. Im Interview betont er die zentrale Rolle, die Migrant*innenorganisationen bei der Aufnahme und Begleitung von Geflüchteten spielen, sowie ganz allgemein für das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft.

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Ist die Wende zu Ende?
Eine Erinnerungswerkstatt an sechs Stationen in Brandenburg, Thüringen und Sachsen

Aus dem Forschungsprojekt zu Solidaritätserzählungen in Nachwende-Erinnerungen entstand eine Erinnerungswerkstatt, die Gespräche über die Wende- und Nachwendezeit und ihre Auswirkungen anstoßen will. Dabei soll die Vielfältigkeit der Erinnerungen an die 1990er Jahre im Mittelpunkt stehen. Und es geht darum, wie sich die Erfahrungen sowohl von Enttäuschung und Ohnmacht als auch von demokratischer Handlungsfähigkeit bis heute auswirken.

Notunterkunft Turnhalle Jena-Göschwitz (Bild: Michael Schurig)
Notunterkunft Turnhalle Jena-Göschwitz (Bild: Michael Schurig)

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"Nachdem die Notunterkunft in der Turnhalle geschlossen wurde, bemerkten wir, dass die Integrationsarbeit bzw. die Migrationsberatung erst jetzt richtig anfing."- Wohlfahrtsverbände sind zentrale Player in der Aufnahme und Begleitung Geflüchteter. Ein Sozialarbeiter der AWO erzählt, wie innerhalb von wenigen Tagen eine leerstehende Sporthalle zum Wohn- und Schlafplatz für über 200 Menschen umfunktioniert werden musste.

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„Und wenn ich den Frauen sage, wir möchten das und das machen, sind sie dabei. Alle wollen lernen.“ – Das Konstanzer Projekt Xenia unterstützt geflüchtete Frauen, sich ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland aufzubauen. Spezifische Lernangebote wie Fahrrad- und Schwimmkurse und gemeinsame Freizeitaktivitäten dienen dem Empowerment der Teilnehmerinnen. Darüber hinaus begleitet Xenia die Familien engmaschig in allen Bereichen des Alltagslebens, auch dann, wenn es zu Konflikten kommt.

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GemeinsamGarten Miteinander e.V. (Bild: Lea Biebel)
GemeinsamGarten Miteinander e.V. (Bild: Lea Biebel)

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„Das sind eigentlich so die kleinen Momente, in denen ich denke 'Ja, dafür lohnt es sich'.“ – Der Konstanzer Verein Miteinander in Konstanz schafft Raum für Begegnungen durch Angebote wie dem internationalen wöchentlichen Mittagstisch über Repair-Café, Gartenarbeit und Nähwerkstatt. Menschen mit ganz unterschiedlichen Muttersprachen und Lebenssituationen können sich hier im lockeren Rahmen austauschen und kennenlernen.

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Ruine und Graffito

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"Insofern war diese Zeit, wo ich auf einmal wirklich etwas machen konnte, persönlich richtig gut. Und es war für mich überhaupt nichts Negatives, dass es sich dabei um eine Gesellschaft handelt, die ich auch sofort wieder bekämpfen werde, wo ich sofort wieder meinen Platz in Gruppen oder in Zusammenhängen fand, in denen man was ändern will, gegen Hartz IV zum Beispiel. Das war für mich eigentlich eine Befreiung." - Erinnerungen von Linken an die Nachwendezeit.

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Syrische Familie, die 2019 über das Thüringer Landesaufnahmeprogramm einreisen konnte, und ihre Unterstützer*innen (Bild: Thüringer Flüchtlingspaten Syrien e.V.)

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„Bei Engagement ist es ja wichtig, dass es kontinuierlich ist, dass man die Verbindungen auch aufbaut, zu den Geflüchteten, zu den syrischen Familien.“ – Im Rahmen des Landesaufnahmeprogramms machen die Thüringer Flüchtlingspaten Syrien e.V. Familiennachzug von Personen aus Syrien möglich, die nicht über den regulären Familiennachzug nach Deutschland kommen können, zum Beispiel als Eltern volljähriger Syrer*innen, die in Deutschland leben, oder als Geschwister. 

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Errichtung von Zwischenwänden in einer Jenaer Turnhalle als Notunterkunft für Geflüchtete in Jena, 2015/16 (Bild: Interviewpartnerin)
Errichtung von Zwischenwänden in einer Jenaer Turnhalle als Notunterkunft für Geflüchtete, 2015/16 (Bild: Interviewpartnerin)

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"Wir haben zwar mit einem anderen Quartier gerechnet, waren ziemlich erschüttert, dass wir jetzt hier auf Feldbetten in einer Turnhalle gelandet sind. Aber wie ihr uns empfangen habt, mit dem Essen aus der Heimat, das werden wir nicht vergessen."- Winzerla: Ein Stadtteil heißt Geflüchtete willkommen und mobilisiert sich gegen Neonazis.

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Müntzer-Zitat: Die Herren machen das selber, dass ihn' der arme Mann feind wird.
Thomas-Müntzer-Zitat: Teil der Ausstellung im Kali-Bergbaumuseum Bischofferode (Bild: M. Berek)

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Erinnerungen an die Nachwendezeit bestehen nicht nur in der großen Erzählung vom Erfolg der Wende und der Wiedervereinigung. Die Deindustrialisierung im Osten Deutschlands wurde von vielen als krisenhafter Umbruch empfunden, der Gefühle von Ohnmacht, aber auch von Selbstwirksamkeit und Solidarität mit sich brachte.

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Wöchentlicher offener Treff des Konstanzer Vereins save me (Bild: save me)

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„Das sind doch Erfolgsgeschichten, finde ich."- Die Kernaufgabe von save me Konstanz ist die Begleitung Geflüchteter beim Ankommen in Deutschland, etwa durch Unterstützung beim Spracherwerb, bei der Orientierung im Alltag, der Suche nach Ausbildung, Arbeit, Wohnung und Freizeitbeschäftigung.

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